Kaffeeklatsch mit Mirjam Fuhrmann

Bild: © Peter_Bast / PIXELIO www.pixelio.de

Mirjam Fuhrmann, Direktkandidatin der SPD in der südlichen Wetterau für die kommende Landtagswahl, hat jetzt ihre Besuchsreihe „Kaffeeklatsch“ begonnen. Mit diesem Veranstaltungsformat möchte sie mit Bürgerinnen und Bürgern über Themen ins Gespräch kommen, die ihr am Herzen liegen. Die Gastgeber kochen Kaffee und laden Bekannte und Nachbarn zu sich nach Hause ein, die Kandidatin bringt den Kuchen mit. Termine können per mail an team@nullmirjam-fuhrmann.de vereinbart werden. Nachfolgend der eindrucksvolle Bericht des ersten Kaffeeklatsch.

„Der erste „Kaffeeklatsch“ der SPD-Landtagskandidatin Mirjam Fuhrmann führte zu Familie Viehl in Friedberg. Thema ist das Leben einer Familie mit einem behinderten Kind. Eigentlich sollte Jonathan laut Aussage der Ärzte maximal 2 Jahre leben. So die Prognose der seltenen Krankheit Septo-optische Dysplasie, die er hat. Nun ist er 14 Jahre alt und ein aufgeweckter Junge. Wie kaum ein anderer Junge in diesem Alter kann er zum Beispiel Ereignisse der letzten 10 Jahre mit genauem Datum wiedergeben.

Seine Eltern führen seit seiner Geburt einen Kampf für ihr Kind. Zuerst gilt es, Jonathan ein möglichst gutes Leben zu ermöglichen. Dass er vollblind sein würde bestätigte sich nicht, aber er ist schwerst sehbehindert (auf dem sehenden Auge weniger als 5% Restsehkraft, auf dem zweiten Auge kann er nichts sehen). Also zog Familie Viehl nach Friedberg, denn dort gibt es die Landes-Blindenschule.

Allerdings sollte Jonathan erstmal in eine Regel-Kita gehen, damit er in einer sehenden Welt aufwächst. Er wird zeitlebens damit konfrontiert werden, dass er die Welt anders wahrnimmt, als seine sehenden Altersgenossen. In dieser Kita lernten seine sehenden Nachbarskinder in einem geschützten Umfeld, dass er eigentlich ganz normal ist, nur ein bisschen anders normal. Trotz Widerstände von Seiten der Stadt durfte er diese Kita besuchen und es war gut für ihn.

Der Besuch einer Regelschule war hingegen nicht möglich. Aus diesem Grund wurde er in der Johann-Peter-Schäfer Schule (der Landes-Blindenschule Hessen) eingeschult. Zur Zeit ist er in einer Klasse für Lernhilfeschüler. Es war und ist weiterhin ein Kampf nötig, denn Jonathans Eltern wünschen sich, dass er mindestens die Hauptschulklasse besuchen kann, um irgendwann einmal seinen Regelschulabschluss zu machen. Ohne diesen Schulabschluss wird er nie einer geregelten Arbeit außerhalb einer Behindertenwerkstatt nachgehen können. Aber nur mit einem normalen Arbeitsplatz wird es ihm möglich sein, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Deshalb lässt die Familie extern, in der BLISTA (Blindenstudienanstalt) Marburg, prüfen, welche tatsächlichen Fähigkeiten er hat.
Der Kampf geht also für die Familie weiter. Doch weil Jonathan bisher so viel erreicht hat, nehmen die Eltern diese Herausforderung gerne an.

Jonathan Viehl, links, mit Mirjam Fuhrmann

„Ich bin tief beeindruckt, welche Kraft Eltern aufwenden, um ihrem behinderten Kind ein gutes Leben zu ermöglichen. Die Gesellschaft muss dieses Engagement unterstützen. Und wir müssen lernen zu verstehen, was es heißt, ein Leben mit einem behinderten Kind zu führen. Und zu guter Letzt sollte man bei Pflege nicht immer nur an alte, pflegebedürftige Menschen denken. Es gibt auch Kinder, die Pflege benötigen und darauf wird viel zu wenig individuell eingegangen, zum Beispiel bei der Bewilligung von Zuschüssen für behindertengerechte Umbauten. Diese stehen einem Behinderten nur einmal im Leben zu. Was bei einem Senior mit einem im Alter erworbenem Handicap unter Umständen genügen mag, stellt für die betreuende Familie eines jungen eingeschränkten Menschen ein enormes wirtschaftliches Risiko dar. Hier muss unbedingt nachgebessert werden.“ so Fuhrmann.

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